Jubiläumsjahr 2013

BERLINER FREIHEIT UND DAS LEBEN AUF EIGENE GEFAHR

Texte von Erich Kästner, Erich Knauf, Max Barthel und Martin Kessel

Zum Freundeskreis von Erich Ohser – e.o.plauen zählten viele Literaten, unter ihnen Erich Kästner und Erich Knauf. Außerdem trat Ohser als Illustrator bedeutender zeitgenössischer Dichter hervor. Im Zentrum der Lesung stehen Texte aus diesem Umfeld, die zugleich jenen Künstlerkreis in seiner Zeit lebendig werden lassen: Heiteres und Tragisches liegen nah beieinander.Gelesen wird die Textauswahl von dem beliebten Plauener Schauspieler Dieter Maas, durch den Abend führt Elke Schulze. Die Lesung findet in der aktuellen Geburtstagsausstellung im Erich-Ohser-Haus statt. Bei schönem Wetter gibt es anschließend einen kleinen sommerlichen Umtrunk im grünen Innenhof.

GEHÖRLOSE ERZÄHLEN VATER UND SOHN-GESCHICHTEN

Die beliebten „Vater und Sohn“-Geschichten von e.o.plauen bedürfen als Bildgeschichten der Sprache eigentlich nicht: sie erzählen in Bildern! Und doch regen gerade diese Geschichten zum Nacherzählen und Nachspielen an: ihr warmherziger Humor spricht die Herzen aller unmittelbar an. So haben sich gehörlose Bewohner des Pädagogischen Zentrums Schleiz in der Beschäftigung mit „Vater und Sohn“ anstiften lassen, in ihrer Gebärdensprache jene Geschichten zu kommunizieren, von denen sie sich besonders angesprochen fühlten. Die dabei entstandenen Präsentationen sind so individuell wie lebendig: sie bilden die Grundlage für eine kleine Reihe an Kurzfilmen, die von Studierenden des Berufsschulzentrums „e.o.plauen“ als besonderer Bestandteil ihrer Ausbildung realisiert wurden. In der Galerie e.o.plauen werden diese Filme nun in die aktuelle Ausstellung integriert. Sie werden an prominenter Stelle auf der „Vater und Sohn“-Ebene gezeigt und machen neugierig auf das Wunder der Kommunikation, das sich mit Bildern, Gebärden, Worten ereignet. Damit findet das gemeinsame Projekt, ein Beispiel für gelungene Inklusion, einen schönen Abschluss und stellt sich zugleich einer breiten Öffentlichkeit vor.   ANDREAS KOCH (29 J.) Bei meinen Geschichten habe ich mich sofort wohl gefühlt. Ich konnte sie mir sehr gut vorstellen und deswegen auch gut merken. Der Witz dieser Geschichten passt gut zu mir. Mit dem Humor ist es wie beim Menschen. Mit einigen versteht man sich gut mit anderen weniger. Wichtig war für mich, dass ich viel Mimik und Körpersprache anwenden konnte. Zum Beispiel hat das Darstellen der strengen Mimik des Sohnes gegenüber dem Vater, als er ihn zum Essen holt, Spaß gemacht (in „Das fesselnde Buch“). Normaler Weise ist das ja anders herum.   BIANCA SCHÄDLICH (28 J.) „Der erste Ferientag“ „Die Geschichte ist schön, weil der Sohn die ganze Zeit schläft und von der Autofahrt nichts mitbekommt. Und dann wacht er plötzlich neben einem kauenden Pferd auf. Da hat er sich ganz schön gewundert. Der Polizist ist auch lustig, da er alle Leute auffordert, ruhig zu sein.“ „Die Erfindung“ Die Geschichte habe ich mir ausgesucht, da wohl jeder, der schon einmal mit einem Hund Gassi ging, die nervige Situation kennt, dass der Hund ständig anhält, um das Bein zu heben. Die Idee des Sohnes finde ich wirklich gut! „Goethe – alle Achtung“ „Ich finde die Geschichte lustig, weil der Sohn sehr schlau ist. Lachen musste ich auch, weil dem Vater vor Schreck die Pfeife aus dem Mund fällt.“   MICHAEL SCHENK (26 J.) „Der letzte Apfel“ Ich habe mich für diese Geschichte entschieden, weil ich wusste, dass ich sie gut gebärden kann. Am lustigsten ist die Szene, in der der Sohn den Apfel mit einem Stock herunter werfen will und dabei den Vater am Kopf trifft. „Der schlechte Hausaufsatz“ Ja, diese Geschichte ist sehr witzig, weil der Lehrer den Vater versohlt. Vielleicht wäre es noch lustiger gewesen, wenn der Lehrer dem Vater die Hose heruntergezogen hätte. „Vorgetäuschte Kraft“ Zum einen kann man sich die Geschichte gut merken, auf der anderen Seite ist sie auch lustig. Schön sind die wabbligen Beine des großen Mannes gezeichnet, als er es mit der Angst bekommt. Man kann die Angst dadurch gut erkennen. Der Mann läuft dann ja auch weg.   KAY BUSCHBECK (27 J.) „Das fesselnde Buch“ „Die Geschichte ist schön, weil der Vater so durcheinander ist, z.B. streut er Tabak in Kaffeekanne und gießt dann alles in seinen Hut. Die Bilder 3, 4 und 6 finde ich am besten, die sind so schön verrückt.“ „Der Gute“ „An der Geschichte finde ich gut, dass der Vater so wahnsinnig ist und so viele Steine herankarrt.   CONSUELA KASE (31 J.) „Grenzen der Malerei“ „Diese Geschichte habe ich mir ausgesucht, weil sie mir am besten gefallen hat. Ich hatte mir noch eine Geschichte mit einer Biene ausgesucht, die mit dem zerbrochenen Spiegel hat mir dann aber doch besser gefallen. Nachdem der Sohn den Spiegel zerbrochen hat, bekommt er die Idee, dass er einfach seinen Vater in den Rahmen malt. Dabei macht er aber den Fehler, dem Vater eine Fliege anzumalen. Der trägt aber einen Schlips. Das ist lustig.“   DOMINIK GROSS (35 J.) „Die gute Gelegenheit“ Durch das Erzählen der Geschichten lerne und übe ich die Gebärden-sprache. Meine Geschichte habe ich mir ausgesucht, weil sie leicht ist. Die anderen Geschichten waren recht schwer. Meine Geschichte hat auch nur drei Bilder, die anderen haben fünf oder sechs Bilder. Drei Bilder sind auch genug, sind es zu viele Bilder, vergisst man schnell etwas, oder man gebärdet etwas Falsches. Die Darstellung in Gebärdensprache ist in etwa so, wie beim Theater oder beim Film und macht Spaß. Dass der Sohn heimlich seine Schulhefte aus dem Schulranzen nimmt und sie durch das Fenster in das brennende Haus wirft ist besonders lustig. Auch, dass er danach so tut, als sei nichts geschehen.

BETEILIGTE STUDIERENDE DES BSZ E.O.PLAUEN:

  • Vanessa Becke
  • Katharina Fechter
  • Ina Engel
  • Christian Bilz
  • Tim Gressmann
  • Liana Mitzel
  • Benjamin Burchardt
  • Jennifer Munzert
  • Christoph Kupczyk
  • Anne Sophie Fritzsch
  • Tony Rink
  • Bettina Untch
  • Jenny Tröger
  • Stefanie Issleib
  • Jessica Schröder
  • Nina Reithmeier
  • Benjamin Reipert

 

Dem Zeichner zum 110. Geburtstag

„Erich Ohser – e.o.plauen (1903-44). Lebenszeichen. Die Geburtstagsausstellung“ im506677a16805a4c1a_160 Die erste Ausstellung im Jahr 2013, die direkt am Geburtstag des Künstlers eröffnet wird (18.3.2013), bietet eine repräsentative Auswahl von Arbeiten aus allen Schaffensphasen und läßt das Künstlerleben anhand persönlicher Dokumente aus dem Nachlass lebendig werden. Darunter sind wahre Raritäten, die erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden, sie geben der Geburtstagsausstellung ihr einzigartiges Gepräge. Über drei Etagen in sechs Ausstellungsbereichen insgesamt erstreckt sich die Ausstellung. Neben den populären Bildergeschichten von „Vater und Sohn“ sind Beispiele der außergewöhnlichen Zeichenkunst Ohsers zu entdecken: Landschaften, Porträts und gebrauchsgrafische Arbeiten. Ausstellungszeitraum: 19.3.-20.10.2013

LESUNG MIT MUSIK

Termin: 23.3.2013 | 15.00 Uhr Ort: Galerie e.o.plauen | Nobelstrße 7 | 08523 Plauen Eintritt frei! „Lieber Herr Malermeister!“ Kinder schreiben an e.o.plauen Erich Ohser, berühmt geworden unter seinem Künstlernamen e.o.plauen als Schöpfer von „Vater und Sohn“, wäre in diesem Jahr 110 Jahre alt geworden. Zur Feier dieses Jubiläums lädt die Erich Ohser – e.o.plauen Stiftung gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen zu einer Geburtstagslesung mit Musik ein. Vorgetragen werden Briefe aus dem Nachlass, die auf fröhliche Weise von der Begeisterung für „Vater und Sohn“ zeugen. Zugleich wird die zärtliche Liebe, die den Künstler als Vater mit seinem eigenen Sohn verband, in Geburtstagsbriefen lebendig. Es lesen Kinder aus Plauen, Begrüßung und Moderation durch Frau Dr. Eva-Maria Zehrer und Frau Dr. Elke Schulze, der Saxophonist Frank Gareis akzentuiert musikalisch den Nachmittag, der sich an Kinder und Erwachsene richtet. Im Anschluss ist Gelegenheit, die neue Ausstellung zu besichtigen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Preisverleihung und Eröffnung der Sonderschau zum Geschichtenwettbewerb zum 110. Geburtstag von Erich Ohser

GESCHICHTENWETTBEWERB

Die Bildgeschichten von „Vater und Sohn„ laden seit ihrem ersten Erscheinen in den 1930er Jahren zum Nacherzählen und Weiterspinnen ein. Anders als bei den unbesiegbaren Superhelden der Comics bestehen die beiden humorvollen Gestalten ihre Abenteuer des Alltages mit Menschenliebe und viel Phantasie. Dafür werden die „Parterreakrobaten des Lebens„, wie sie ein zeitgenössischer Kritiker nannte, von Jung und Alt ins Herz geschlossen. Sich auch aktiv schöpferisch mit der humanen Botschaft auseinanderzusetzen, war Ansporn für den Geschichtenwettbewerb 2013.Gemeinsam hatte die Erich Ohser – e.o.plauen Stiftung mit der e.o.plauen-Gesellschaft e.V. aufgerufen, eigene Ideen zum Heldentum im Alltag und zum Verhältnis von Eltern und Kindern einzubringen und in vielfältiger Weise zu entwickeln. Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland sind diesem Aufruf gefolgt. Aus den rund 50 sehr qualitätsvollen und individuellen Einreichungen wählte eine Jury fünf Preisträger aus und vergab zusätzlich sechs Sonderpreise. Der bekannte Karikaturist Manfred Sondermann schuf exklusiv zu den Gewinnergeschichten Illustrationen. Die Ergebnisse werden in einer kleinen Sonderschau in der aktuellen Ausstellung im Erich-Ohser-Haus präsentiert und mit dieser Publikation gewürdigt.Unterstützt wurde die Aktion auf großzügige Weise von der Stadt Plauen und den Stadtwerken Strom Plauen, ein besonderer Dank geht hier an Herrn Kober für sein so hilfreiches Engagement. Ebenso danken wir herzlich Manfred Sondermann, dessen schöner Beitrag den Bogen schlägt zur zeitgenössischen Kunst. Und wir danken besonders allen Teilnehmenden des Wettbewerbs: sie haben es mit ihren jeweiligen Möglichkeiten vollbracht, die Idee von „Vater und Sohn„ in unserer heutigen Welt lebendig werden zu lassen. Das ist im Jubiläumsjahr, in dem e.o.plauen 110 Jahre alt geworden wäre – und die e.o.plauen-Gesellschaft e.V. ihr 20-jähriges Bestehen feiert, ein besonders schönes Geburtstagsgeschenk an den Künstler und seine Freunde.

SCHACHTURNIER

Die e.o.plauen-Gesellschaft e.V. feiert dieses Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Das Hauptziel der Gesellschaft ist es, das Lebenswerk Erich Ohsers und die Erinnerung an das Wirken eines der beliebtesten und bedeutendsten Zeichner des letzten Jahrhunderts wach zu halten. Aus diesem Anlass findet erstmalig ein Familien-Schachturnier statt. Dabei steht die berühmte Bildgeschichte „Schach dem Vater“ Pate. Das Schachturnier wird in der Galerie „e.o. plauen“ ausgetragen und bietet auf 3 Etagen ein wunderbares Ambiente. Die Teilnehmer spielen direkt bei den herrlichen „Vater-und-Sohn-Bildgeschichten“. TURNIER Schnellschach-Turnier , Bedenkzeit 2×15 Minuten, 7 Runden Schweizer System VERANSTALTER e.o. plauen Gesellschaft e.V. in Kooperation mit dem Vogtländischen Schach-Club Plauen 1952 e.V. SPIELORT Galerie e.o.plauen im Erich-Ohser-Haus (neben dem Vogtlandmuseum) Nobelstraße 7/13, 08523 Plauen TERMIN 09. November 2013 TEILNAHMEBEDINGUNG Mit der Anmeldung willigt der Teilnehmer (bei Minderjährigen die Eltern) ein, dass Veröffentlichungen von Text, Fotos, Partien und Filmen in den Medien und im Internet, vom Veranstalter ohne Vergütungsanspruch genutzt werden dürfen. TEILNEHMER Nur Paare bestehend aus 1 Erwachsene(r) und 1 Kind (bis 18 Jahre) Spieler mit Behinderungen sind willkommen. Unbedingt bei der Anmeldung angeben, weil auf Grund der Räumlichkeiten nur eine begrenzte Anzahl von Teilnehmern möglich ist. SPIELMODUS Nur Paare bestehend aus 1 Erwachsene(r) und 1 Kind (bis 18 Jahre) Spieler mit Behinderungen sind willkommen. Unbedingt bei der Anmeldung angeben, weil auf Grund der Räumlichkeiten nur eine begrenzte Anzahl von Teilnehmern möglich ist. STARTGEBÜHREN 20 € je Paar bei Überweisung bis zum 30.09.2013 25 € je Paar bei späterer Bezahlung In der Startgebühr sind enthalten: – Besichtigung der Galerie „e.o.plauen“ – Teilnahmeurkunde – T-Shirt mit Aufdruck der Vater-und-Sohn-Geschichte „Schach dem Vater“ – alkoholfreie Getränke Ebenso gibt es weitere Getränke und Imbiss zu günstigen Preisen. ZEITPLAN 9.00 Uhr Besichtigung der Galerie 9.30 Uhr Meldeschluss 10.00 Uhr Beginn 16.00 Uhr Siegerehrung PREISE Attraktive Preise für Erwachsene (Amateure/ Vereinsspieler) 1.-3. Platz Kinder (bis 12 Jahre, ab 12 Jahre) 1.-3.